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Gastkommentar Stadt Innsbruck

CUS bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben

Mit der Eingliederung des Kanalbauamtes in die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG im Jahr 1996 wurde zum ersten Mal die Notwendigkeit eines Kanalkatasters ausgesprochen.

Dabei war am Anfang der Begriff des Kanalkatasters nicht eindeutig definiert, nur so viel war klar, es sollte ein umfassendes Werk sein, das den gesamten Bestand des Innsbrucker Kanalnetzes mit allen wichtigen Informationen darstellt. Im Jahr 1999 wurden dann erste konkrete Schritte gesetzt, um dieses Vorhaben auch zu verwirklichen. Wir schauten uns um Methodiken aber auch um Software um, die bei unseren Ideen mithelfen konnten.

Bei diesen Recherchen sind wir auch auf die Firma Bodemann gestoßen, die ein einzigartiges Aufnahmesystem entwickelt hat, das uns von Anfang an begeisterte. Kanalschächte werden mittels eines Roboters zentimetergenau vermessen. Die Ergebnisse können dann so zusammengesetzt werden, dass ein sauberer "digitaler Kanalkataster" des gesamten Tiefkanalnetzes vorliegt. Auch die Durchrechnung der Kosten hat uns schnell überzeugt, vergleicht man die anstehenden Ausgaben mit dem, was in den abgelaufenen Jahrzehnten immer und immer wieder für eine punktuelle Aufnahme an Zeit und Geld ausgegeben wurde.

Wir entschlossen uns im Jahre 2000, ein Pilotprojekt zu starten, das uns die Methodik, die Geschwindigkeit der Schachtvermessung zeigen, aber auch konkrete Ergebnisse liefern sollte. Unsere Erwartungen gingen voll in Erfüllung, sodass wir danach mit den Vorbereitungen für die Umsetzung des gesamten Stadtgebietes begonnen haben. Als Grundlage diente ein "einfacher" AutoCAD-Plan, der weder topologische Beziehungen aufweisen, noch Informationen über Tiefe bzw. lagemäßige Ausprägung von Schächten und Haltungen liefern konnte. Aber dieser Plan enthielt zu einem hohen Prozentsatz die vermessene Lage der Schachtdeckel.

Als erste wichtige Maßnahme war uns allen klar, dass unbedingt eine eindeutige Nummerierung die bis dato wirren und x-fach vorkommenden Bezeichnungen ablösen musste. Das Stadtgebiet wurde in 23 Entwässerungszonen eingeteilt, jedes davon erhielt einen Buchstaben als Kennung. Von der Kläranlage ausgehend wurde dann die gesamte Baumstruktur des Netzes durchgeschaut und die Schächte und Haltungen neu bezeichnet. Wenn heute von "MP10020" gesprochen wird, gibt es nur einen einzigen Schacht, der damit gemeint ist. Bei "S2" war das früher leider nicht der Fall.

Die Firma Bodemann konnte schließlich die Jahresvermessungsleistung auf 1.500 Schächte steigern. Im Herbst diesen Jahres war es dann soweit: Nach ca. 3,5 produktiven Jahren war die Vermessung vollständig, das gesamte Innsbrucker Kanalnetz war aufgenommen. Wir können nun auf ein Operat zurückgreifen, das nicht nur für interne Aufgaben der Planung, des Betriebes oder die Beauskunftung unumgänglich ist, sondern gleichzeitig wichtigste Basis für Folgeprojekte dastellt.

So wurde im Jahr 2001 mit der Videoinspektion der Haltungen begonnen, die immer auf ein exaktes Längenmaß jedes Kanalrohres zurückgreifen kann. Derzeit geplant wird gerade die Nacherfassung aller Hausanschlüsse, die sich wiederum an die exakten Anschlussstellen der Kanalhaltungen anhängen.

In den Jahren der Zusammenarbeit mit der Firma Bodemann können wir nur Positives berichten, die Zuverlässigkeit, gleichbleibende Qualität und Selbständigkeit der Mitarbeiter wussten wir sehr zu schätzen. Gerne arbeiten wir mit ihnen weiter zusammen!

Innsbrucker Kommunalbetriebe AG
DI Gerald Ploner

www.ikb.at