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Gastkommentar Ingenieurbüro Vogel

Schachtzustandserfassung mit CUS

Mit Aktualisierung des ATV-DVWK Merkblatts M143-2 (04/1999) wurden erstmals brauchbare Zustandskürzel für Schächte und Bauwerke eingeführt. Dies erfolgte in Anlehnung an die Kanalzustandskürzelsystematik. Hierdurch wurden nunmehr auch Stationierungen in vertikaler und horizontaler Richtung erforderlich, um die Schadenslagen eindeutig, somit EDV-gerecht und sinnvoll weiternutzbar dokumentieren zu können.

Inspektionstechniken in Qualität und Dokumentationsmöglichkeit einer Kanalinspektion waren in der Vertikalen praktisch nicht vorhanden. Das praktizierte Abschwenken der Schächte im Zuge der Kanalinspektion mit der Kanal-TV-Kamera von der Schachtsohle aus kann selbstredend die notwendige Inspektionssicherheit nicht erzeugen. Insofern musste in einem separaten Arbeitsgang mit mindestens zwei Mann Personal eine direkte Inaugenscheinnahme und Dokumentation der Schächte erfolgen.

Hierbei waren die Zustände manuell zu erfassen und im Nachgang in eine EDV-gerechte Form zu bringen. Bildinformationen konnten nur unzureichend und/oder nicht zusammenhängend erzeugt werden. Somit stellte sich für den Kanalnetzbetreiber die Frage, wie eine optische Schachtinspektion mit der notwendigen Dokumentationssicherheit und -qualität sinnvoll und wirtschaftlich erbracht werden kann?

Mit CUS kann dieses arbeitstechnische und somit wirtschaftliche Problem - quasi als Abfallprodukt - gelöst werden. Im Zuge bzw. Nachgang der eigentlichen Schacht-/Bauwerksvermessung kann mit der eingesetzten Optik in guter Qualität die gesamte Schachtsituation inspiziert, Zustände eingemessen und zusammenhängend dokumentiert werden. Die gelieferten Ergebnisse sind absolut überzeugend und die ideale Grundlage zum Aufbau des Kanalinformationssystems auch mit Blick über die reine Bestandsverwaltung hinaus. Zu definieren sind die Datenaustauschformate und die Weiterverwertung der Information zur Klassifizierung der Einzelschäden und der Schachtbewertung.

Das System Vogel hat hier entsprechende Grundlagen definiert und versetzt den Kanalnetzbetreiber in die Lage, in Analogie zur Kanalzustandsbewertungssystematik ISYBAU, eine konsequente Zustandsauswertung auch für Schächte/Bauwerke reproduzierbar sicherzustellen. Wirtschaftlich ist die fachlich einwandfreie Schacht-/Bauwerkszustandserfassung mit CUS insbesondere dann, wenn Sie im Zuge der Schachtkomplettvermessung erfolgt.

Die CUS-Dienstleister werden für die Zukunft aufgefordert sein, eine angepasste Preisfindung für reine Zustandserfassungsleistungen durchzuführen. Für den Kanalnetzbetreiber ist die Schacht-/Bauwerksvermessung sowie deren Zustandserfassung mit CUS die geeignete und wirtschaftliche Möglichkeit einen - in seiner Informationsdichte und Qualität konkurrenzlosen - Gesamteindruck zu gewinnen.

Bei Betrachtung scheinbar günstigerer alternativer Gestehungskosten muss die Datenqualität hinterfragt werden und insbesondere der Blick auf die notwendigen Arbeitssicherheitsvorkehrungen bei der Datenerfassung gelenkt werden. In diesem Punkt muss leider regelmäßig festgestellt werden, dass die Arbeitssicherheit bei der Vermessung und Zustandserfassung aus Gründen des Preiskampfes sträflich vernachlässigt wird. An der Sinnhaftigkeit einer konsequenten Vorgehensweise zur Schacht-/Bauwerksdokumentation kann es aus Sicht des Kanalsanierungsplaners keinen Zweifel geben.

Eine umfassende Informationsbasis über Schachtaufbau und -ausstattung ist von unabdingbarer Wichtigkeit, um gerade auch für die eigentliche Kanalsanierung alle technikeinsatzrelevanten Sachverhalte abschätzen und vorsehen zu können. Nicht selten entstehen unerwartete Mehrkosten während der Ausführung durch notwendige (temporäre) Schachtumbauten um die vorgesehene Kanalsanierungstechnik überhaupt einsetzen zu können.

Vogel Ingenieurbüro für EntwässerungsSystemErhaltung, Deutschland
Dipl. Ing. (FH) Markus Vogel, Zertifizierter Kanalsanierungsberater

www.vogel-ingenieur.de